Tolle Fotos bei jeder Fotosession – meine besten Praxistipps

Kennst du diese Situation? Du packst deine Fotoausrüstung und ziehst mit der Kamera los, um tolle Fotos zu schießen. Voll motiviert schlenderst du durch die Landschaft, durch die Stadt oder durch den Park und fotografierst alles, was dir vor die Linse kommt.

Wieder zuhause am PC wird die Euphorie unschön gedämpft. Von den 359 geschossenen Fotos sind gerade mal 4 brauchbare dabei. Und das beste Motiv des Tages ist bei näherer Betrachtung leicht verwackelt.

Ärgerlich, aber so passiert es häufig und auch ich kenne das aus schmerzlicher Erfahrung! Das hat mich früher in meinen Anfängen der Fotografie oft dermaßen geärgert, dass ich mir einige Dinge, nenne sie einfach Tipps, beim Fotografieren angewöhnt habe, um die Ausbeute pro Fotosession deutlich zu erhöhen und mir den nachträglichen Frust zu ersparen!

Genau diese einfach umzusetzenden Tipps möchte ich dir in diesem Beitrag weiter geben. Du kannst sie natürlich 1:1 umsetzen, oder teilweise oder auch um eigene Ideen erweitern.

Wie auch immer, ich komme mit diesen Tipps jedenfalls so gut wie immer mit “guter Beute” nach Hause und ich bin sicher, sie werden auch bei dir funktionieren und dir helfen, deine Ausbeute deutlich zu erhöhen!

Ich wage sogar zu behaupten, dass ich mein heutiges Level beim Fotografieren zu einem großen Teil diesen einfachen Tricks verdanken kann!

Ok, los geht’s! Mein erster und wichtigster Tipp den ich dir geben kann, klingt geradezu lächerlich einfach, nämlich:

1: Erhöhe die Anzahl deiner Fotos deutlich!

Wir sind zum Glück bereits im Zeitalter der digitalen Fotografie, und wir müssen keine teuren Filme mehr kaufen und sie entwickeln und bei jedem Foto nachdenken, ob wir es machen oder nicht.

Wenn ich aber andere Leute beim Fotografieren beobachte, dann denke ich mir oft, dass sie noch analog fotografieren! Zumindest verhalten sie sich danach! Was ich damit meine: Sie sehen eine schöne Szene und dann drücken sie ein- oder zweimal drauf – fertig!

Wie hoch ist denn die Chance dabei, dass von den zwei Fotos eines wirklich top ist? Richtig, eher gering!

Wenn du also die Ausbeute an guten Fotos deutlich erhöhen willst, dann ist es unerlässlich, die Anzahl ebenfalls deutlich zu erhöhen!

Bei tollen Szenen ist es schon vorgekommen, dass ich 40 oder 50 Mal draufgedrückt habe! Lieber habe ich daheim am PC die Qual der Wahl als den Frust, dass von 2 Aufnahmen nur eine so halbwegs was geworden ist!

Weiters rutscht immer mal eine unscharfe Aufnahme dazwischen oder es ist irgendeine störende Kleinigkeit am Foto.

Oft schon war es so, dass mein Lieblingsfoto der Szene leider für mich nicht brauchbar war, weil es minimal unscharf war. Dafür aber eines oder mehrere der anderen dafür sehr wohl.

Deswegen ist es so wichtig, sich niemals mit einem oder zwei Fotos einer Szene zufrieden zu geben!

Screenshot Zweig

Ein kleiner Zweig in der Sonne. Nichts besonderes, aber trotzdem ein schönes Motiv! Besonders gefällt mir hier, wie die Sonne durch die kleinen Blätter leuchtet! Die Szene lebt also auch viel von der Lichtstimmung. Insgesamt hab ich hier 4x draufgedrückt und es war – ZU WENIG! Denn die Aufnahmen entstanden bei einem Workshop, und ich war nicht wirklich auf meine Fotos, sondern auf die Teilnehmer konzentriert! Erst am PC hab ich bemerkt, dass allesamt leicht unscharf sind! Wäre ich alleine gewesen, hätte ich erstens sicher 10-15 Aufnahmen gemacht und zweitens hätte ich die Aufnahmen sofort auf Schärfe kontrolliert und hätte bemerkt, dass sie leicht unscharf sind!

Screenshot gross

Ja, in der 100%-Ansicht sieht man das Übel. Das Foto ist leicht unscharf!
Ich könnte jetzt sagen, wurscht, ist auch so schön was auch stimmt.

Aber es gibt eben persönliche Qualitätsansprüche, und absolute Schärfe ist für mich eines der höchsten Qualitätskritierien!

2: Ändere geringfügig die Positionen beim Fotografieren!

Du siehst also, dass mehrere Fotos einer Szene deine Chancen deutlich erhöhen, dass “der Treffer” dabei ist!

Aber es macht selten Sinn, 15x draufzudrücken ohne irgendeine Veränderung. Ich meine damit, dass du bei jedem Foto deine Position minimal ändern solltest. Mal ein kleines Stück tiefer, mal mehr nach links etc.

Daheim am PC ist es bei mir dann meist so, dass ich sagen wir 15 Aufnahmen der Szene habe und natürlich sehen alle ähnlich aus, aber drei oder 4 davon gefallen mir besonders gut. Oft sehe ich winzige Details auch erst nach mehreren Tagen, und ein zuvor favorisiertes Foto scheidet wegen eines bis dahin unentdeckten Fehlers aus.

Kirschblüte

Ein Zweigerl mit Kirschblüten. Du siehst auch hier, wie oft ich draufgedrückt habe, nämlich ziemlich oft. Hier habe ich sehr offenblendig fotografiert und auch deshalb so viele Fotos gemacht, weil die Schärfeebene sehr klein ist und die Gefahr einer unscharfen Aufnahme eben sehr groß. Aber du siehst auch, dass die Position sich mehrmals geändert hat und oft sind solche kleinen Änderungen entscheidend!

3: Ändere den Bildausschnitt mehrmals!

Du siehst eine schöne Szene und hast sie schon super eingeteilt. Du wendest die Drittel-Regel an und dein Hauptmotiv ist im Schnittpunkt der linken und oberen Drittel-Linie platziert. Aber was ist nun, wenn du daheim am PC draufkommst, dass es rechts unten besser platziert gewesen wäre?

Dann kannst du jetzt das Bild so stark beschneiden, dass es eben rechts unten platziert ist. Du verlierst dadurch meistens viel Auflösung und die gesamte ursprüngliche Bildkomposition leidet oft stark unter dem Beschnitt!

Deswegen gehe ich meist so vor, dass ich die gleiche Szene mit mehreren verschiedenen Bildausschnitten und Positionierungen des Hauptmotivs fotografiere! Ebenso, wenn ich mir beim Fotografieren noch nicht sicher bin, welche Bildkomposition optimal ist!

Lanzarote

Bei einer Wanderung auf Lanzarote hab ich meine Freundin auf diesen Lavabrocken fotografiert. Ein paarmal hab ich sie links, ein paarmal rechts platziert.
Ich war mir vor Ort eben nicht ganz sicher, deswegen hab ich einfach mehrere Bildkompositionen ausprobiert!

4: Ändere bei der gleichen Szene die Kameraeinstellungen!

Du machst nun schon mehrere Fotos einer Szene und diese schon aus verschiedenen Positionen – sehr gut! Was hältst du davon, dabei auch noch ein wenig die Kameraeinstellungen zu verändern?

Ein wenig mehr die Blende schließen, einen anderen Fokuspunkt wählen, die Belichtungskorrektur noch ein wenig verändern, die Iso optimieren, die Belichtungszeit anpassen, näher heran zoomen, mehr Weitwinkel und so weiter!

Da gibt es viele Möglichkeiten, das Foto noch mehr oder weniger zu verändern. Oft sind es dann eben wieder Kleinigkeiten, die “den Treffer” ausmachen!

Ändere ich immer alles von den oben angeführten Einstellungen? Natürlich nicht, es kommt immer auf die Szene und auf den eigenen Geschmack an. Auch hier gilt einfach: Mehr Auswahl bedeutet höhere Chancen auf “den Treffer”!

5: Beschäftige dich intensiv mit der Szene, die du gerade fotografierst!

Du machst nun schon mehrere Fotos in verschiedenen Positionen mit verschiedenen Bildausschnitten und Kameraeinstellungen – toll!

Das ist schon mal die halbe Miete! Wenn du dich jedoch noch intensiver mit einer Szene beschäftigst, dann wirst du nach einiger Zeit merken, was da noch alles rauszuholen ist! Da bemerkst du auf einmal Dinge, die du bei den ersten 10 Aufnahmen noch gar nicht wahrgenommen hast!

Sunset

Ein schöner Sonnenuntergang. Hier hat man nicht sehr viel Zeit, die Sonne wandert schnell. Hab ich mich trotzdem intensiv mit der Szene beschäftigt? Ja, ich war ca. 15 Minuten dort und habe gut 25 Belichtungsreihen aus den verschiedensten Perspektiven und Brennweiten aufgenommen! Ergebnis: ich habe von der Szene 5 Top-Fotos, die all meinen Ansprüchen entsprechen!

Du kommst auf die ausgefallensten Perspektiven und Positionen und wirst dadurch auch immer besser und geübter und vor allem experimentierfreudiger! Und wenn man tatsächlich nicht mehr aus der Szene holen kann? Dann hast du eben Gewissheit, dass du hier gute Arbeit geleistet hast!


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Der nächste Punkt ist meiner Meinung nach einer der wichtigsten, um sich schnell und auch nachhaltig zu verbessern, nämlich:

6: Konzentriere dich bei einer Fotosession auf ein einziges, spezielles Thema!

Das Wetter ist toll, du hast den Kamerarucksack gepackt und bist voll motiviert und bereit, loszustarten. Doch was willst du heute eigentlich fotografieren? Egal denkst du dir, du fotografierst heute die halbe Welt!

Tja, dann kann ich dir versprechen, dass du keine fette Beute heim bringst! Stell dir vor, ich gebe dir folgende Aufgabe: Ich sage zu dir, gehe zwei Stunden raus zum fotografieren, und bring möglichst viele schöne Fotos mit!

Oder ich sage dir: Gehe zwei Stunden raus und bring möglichst viele schöne Fotos von jungen Pflanzenknospen mit, die von der Sonne angelacht werden. Aber bitte keine anderen Motive!

Wo denkst du, ist die Chance höher, dass wirklich tolle Fotos dabei sind? Aus Erfahrung kann ich dir sagen, dass die Ausbeute deutlich höher ist, wenn man sich auf ein einziges Thema beim Fotografieren konzentriert!

Kennst du das chinesische Sprichwort “Wer zwei Hasen jagt, jagt keinen”? Und beim Fotografieren ist das nicht viel anders!

Deswegen gebe ich dir den dringenden Rat, diesen Punkt wirklich zu beherzigen! Dieser hat mir nämlich meiner Meinung nach am meisten gebracht, um mein fotografisches Niveau deutlich und recht rasch zu steigern!

Und damit du dich noch mehr auf ein einziges Thema konzentrieren kannst, gibt´s gleich den nächsten Tipp dazu, der dir das ganze noch ein wenig leichter macht:

A-380

Was glaubst du wohl war das Tagesthema bei dieser Session 😉 ? Denkst du, ich hab hier spekuliert, auch einen schönen Sonnenuntergang und einen hübschen Käfer zu fotografieren? Oder war ich eher voll auf die Flugzeuge konzentriert und darauf, wo und wie ich sie am besten erwische?

7: Nimm nur ein einziges Objektiv mit und konzentriere dich auf dessen Eigenschaften!

Nein, ich meine damit kein 18-400mm Super-Zoom, sondern am besten eine Festbrennweite oder ein Spezialobjektiv wie Weitwinkel-Zoom, Makro Objektiv, lichtstarke Portraitlinse und so weiter.

So bist du nämlich erstens gezwungen, dich auf das Objektiv einzulassen. Zweitens blendest du dadurch alle anderen Ablenkungen aus. Beispiel: Ich gehe mit meinem Makro Objektiv “auf Jagd”. Dabei entdecke ich eine schöne Landschaftsszene. Das ist mir aber egal und ich weine der Szene auch nicht nach! Denn ich bin hier um tolle Makro´s zu fotografieren und kümmere mich ausschließlich darauf!

Hätte ich ”alles” mit, dann würde ich schon wieder Objektiv wechseln, alle Einstellungen usw. Mit ist das jedenfalls zu mühsam! Auch schon wegen der Schlepperei nehme ich meistens nur ein Objektiv mit (auf welches ich eben gerade Lust habe) und bin somit sehr beweglich und mobil!

Ausnahme ist hier natürlich Urlaub oder Orte, wo ich nicht mehr so schnell hinkomme! Da bin ich sehr wohl für viele Fälle gerüstet und habe von 16mm bis 200mm alles mit, ebenso Stativ und Graufilter!

Was machst du nun, wenn du nur ein einziges Objektiv hast und dieses ist zB. ein 18-400mm Super-Zoom? Dann nimmst du dir eben pro Fotosession eine einzige Brennweite vor, zB. 100mm und klebst das Objektiv mit einem Klebestreifen am Zoomring dort fest 😉 !

Die nächsten zwei Tipps können sich ebenfalls sehr positiv oder negativ auf deine Ausbeute auswirken, nämlich:

8: Nimm dir reichlich Zeit und 9: gehe am besten alleine fotografieren!

Weißt du, wann ich meine besten Fotos mache? Wenn ich ganz alleine unterwegs bin, ohne jeglichen Zeitstress! Dann komme ich am besten in meinen optimalen Zustand beim Fotografieren! Alles geht wie von alleine und ich bekomme rundherum fast nichts mit weil ich so konzentriert und bei der Sache bin!

Diesen Zustand, ich weiß nicht ob du ihn schon mal ähnlich erlebt hast, solltest du so oft wie möglich anstreben!

Das ist der Zustand, wo fotografieren richtig Spaß macht! Wo es entspannt und wo man richtig zufrieden ist und wo dann auch die besten Fotos gelingen 😉 !

Sollte die Ausbeute trotz aller Tipps mal trotzdem nicht so berauschend sein, dann kannst du noch den letzten Tipp beherzigen:

10: Gehe mehrmals zu tollen Motiven hin, bis die Bedingungen optimal sind!

Das Motiv kann noch so toll sein, aber wenn zB. das Licht und/oder die Stimmung nicht mitspielt, dann verpufft oft ein großer Teil der Wirkung der Szene!

Jetzt hat man natürlich nicht immer das “perfekte Licht” zur Stelle. Man kann jetzt natürlich warten, wenn es absehbar ist, dass das Licht “besser” wird. Oder man merkt sich einfach die Szene und eventuell Sonnenstand etc. und kommt zu einer anderen, besseren Zeit wieder!

Popradske Pleso

Popradske Pleso in der Hohen Tatra, Slowakei. Eines meiner Lieblingsbilder von dem See. Wie oft war ich schon dort? Sicher 20 Mal! Wie oft waren die Bedingungen genau wie auf dem Foto? Nur einmal! Obwohl ich schon so oft dort war, habe ich nur ein einziges mal diese Stimmung vorgefunden. Oft war ich oben, ohne die Kamera auszupacken weil die Bedingungen schlecht waren (Nebel etc.). Und einige Besuche hat es gebraucht, bis ich gewusst habe, an welchen Stellen und zu welcher Uhrzeit man den See am besten fotografieren kann!

Viele Profi-Landschaftsfotografen gehen exakt so vor! Es gibt sogar Apps, die einem anzeigen welcher Spot zu welcher Jahreszeit am besten zu fotografieren ist, ebenso wo zB. die Milchstraße wann steht.

Ja, wirklich gute Fotos brauchen oft Zeit und Planung, eine Portion Glück kann ebenfalls nie schaden 😉 !

So, das waren meine 10 Tipps für bessere Fotos bei jeder Fotosession! Ich hoffe, du hattest das eine oder andere Aha-Erlebnis und ich konnte dich inspirieren, neue Dinge beim Fotografieren auszuprobieren, die dein Level schon bald merklich erhöhen!

Ich wünsche dir viel Spaß und Erfolg beim Anwenden und natürlich viele tolle Fotos! Teile den Beitrag, wenn er dir gefallen hat!

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