Lost-Place-Panos

Letzens war ich wieder mal im schönen Schlosspark Pottendorf. Highlight dieses kleinen Parks ist natürlich das alte, verfallene Schloss. Oft schon hab ich es fotografiert, aber immer wieder findet man neue Blickwinkel und Perspektiven.

Der hintere Teil des Schlosses wird gerade renoviert und ist mit Baugerüst eingedeckt. Das sieht am Foto natürlich nicht sehr attraktiv aus. Deswegen achtete ich darauf, es möglichst nicht im Bild zu haben. Will man jedoch die Vorderansicht fotografieren, lässt es sich nicht ganz vermeiden.

Ich wollte unbedingt Spiegelungen fotografieren und weiß schon aus Erfahrung, dass ich dort selbst mit dem 10-24mm Ultraweitwinkel nicht so viel auf´s Foto bekomme wie ich gerne hätte. Also muss wieder einmal die Panoramatechnik zum Einsatz kommen.

Es war außerdem sehr windig, das heißt die Wasseroberfläche war alles andere als glatt. Ich musste also zusätzlich auch noch mit Grauflitern arbeiten, damit am Foto die Wasseroberfläche glatt aussieht und man die Spiegelung schön erkennen kann.

Um möglichst viel Vordergrund auf´s Bild zu bekommen, war ich mit Kamera und Stativ ziemlich weit unten, so ca 50-60cm über dem Boden bzw. der Wasseroberfläche. Dadurch ergibt sich im Weitwinkel das Problem, dass die Perspektive extrem verzerrt werden, bekannt unter “stürzende Linien”.

Diese Linien dann in der Nachbearbeitung zu korrigieren, ist die größte Herausforderung 😉 !

So sieht das Rohmaterial eines dreiteiligen, vertikalen Paoramas aus:

Pottendorf-Fotokurse Martin Winkler

Pottendorf-Fotokurse Martin Winkler

Pottendorf-Fotokurse Martin Winkler

Begonnen hab ich mit der untersten Aufnahme. Wichtig ist, dass sich die einzelenen Aufnahmen um ca 30% überlappen, damit die Software genügend Anhaltspunkte hat um die Fotos nahtlos zusammenzufügen.

Weiters hab ich auch unterschiedliche Belichtungszeiten verwendet, da ja der Himmel heller ist als der Rest. In dem Fall: Obere Aufnahme 13 Sekunden, mittlere 15 und untere 20 Sekunden bei Blende f/8.

Nun aber zu den Linien: Seit Lightroom 6 (ich glaube aber nur für CC-User) gibt es im Modul “Transformieren” die tolle Funktion, mittels selbst gezogener Linien die perspektivischen Verzerrungen zu korrigieren. Man setzt einfach an einer geraden Kante an und zieht eine Linie, dann nimmt man eine zweite Kante. In dem Fall musste ich natürlich beide vertikalen Kanten nehmen. Man sagt Lightromm damit quasi: “sie her, diese Linien sind in Wirklichkeit vertikal, bitte richte sie danach aus”!

Und augenblicklich richtet LR die Linien gerade 🙂 ! Hier zwei Screenshots davon, hier vor der Korrektur…

Pottendorf-Fotokurse Martin Winkler

…und hier danach:

Pottendorf-Fotokurse Martin Winkler

Na, sieht gleich viel besser aus 🙂 ! Genauso verfahre ich mit den anderen zwei Aufnahmen. Also habe ich dann drei Aufnahmen, wo die stürzenden Linien korrigiert sind. Dann nehme ich die drei Aufnahmen mit dem Befehl: Bearbeiten in>in Photoshop als Panoramabild zusammenfügen. Und schon erstellt mir Photoshop ein vertikales Panorama aus drei Einzelaufnahmen 🙂 ! Das rohe Panorama sieht dann so aus:

Pottendorf-Fotokurse Martin Winkler

Schaut schon sehr brauchbar aus! Jetzt schneide ich das rohe Panorama noch zurecht, damit es keine leeren Bildbereiche gibt. Alle feineren Korrekturen erledige ich noch in Photoshop mit dem Reperaturpinsel oder dem Kopierstempel. Eventuell noch vorhandene Verzerrungen korrigiere ich mit Transformieren>Verformen und mit dem Verflüssigen-Filter. Die restlichen Korrekturen mache ich dann alle in Lightroom (Kontrast, Belichtung, Schärfe, Farbkorrekturen, Verlaufsfilter etc.)

Und so sieht dann das fertige Ergebnis aus, eine tolle Spiegelung mit viel Vordergrund wo man bis auf den Grund des Wassers sieht 🙂 !

 

Pottendorf-Fotokurse Martin Winkler

Bei den anderen beiden Panoramfotos bin ich genauso vorgegangen wie beim ersten. Auch in Lightroom bekommt man oft tolle Ergebnisse mit der Panoramafunkion, ich bin aber draufgekommen, dass sie sich für Panoramen mit Gebäuden nur bedingt eignet, zu stark sind die Verkrümmungen und Verzerrungen. Deswegen mache ich solche Panoramen gleich in Photoshop, jedoch werden sie vorher in LR “gerade gestellt”!

Hier die seitliche Frontansicht, ebenfalls ein dreiteiliges Panorama:

Pottendorf-Fotokurse Martin Winkler

Und hier noch eine andere Ansicht, halb Front, halb Seite. Dieses hier besteht nur aus zwei Einzelaufnahmen:

Pottendorf-Fotokurse Martin Winkler

Zugegeben, solche Fotos sind das Ergebnis von viel Erfahrung, Übung, Herumprobieren und Geduld! Die Grundlagen sind jedoch auch bei den kompliziertesten Fotos immer gleich. Ich muss wissen, was ich wo auf der Kamera einstelle, wie ich mich positioniere und vieles mehr. Ohne diese Grundlagen ist es sinnlos, sich an solche Projekte zu machen. Das ist ungefähr so, als wolle man in der Formel 1 mitfahren, ohne mit einem Golf fahren zu können.

Meine Fotokurse im Raum Wien sind darauf ausgelegt, dir einerseits die Grundlagen der Fotografie zu vermittlen. Andererseits wird auch sehr viel Wert auf die Bildgestaltung gelegt. Bei meinen zahlreichen anderen Fotoworkshops rund um Wien lernst du Spezialwissen zu verschiedenen Themen wie HDR, Langzeitbelichtungen oder der Makrofotografie!

Ich hoffe dir gefällt dieser Beitrag und vielleicht konnte ich dich sogar mit dem “Panoramavirus” anstecken 🙂 ! Ich würde mich über einen Kommentar freuen, ebenso wenn du den Beitrag teilst.

Bis bald und gut Licht!

Martin Winkler

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